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27.02.2013 - „Nobelpreise“ der Philatelie in Berlin für die Jahre 2011–2013 verliehen
Es war der bekannte Philatelist Marcellus Purneil Castle, der 1909 die erst drei Jahre zuvor als erste philatelistische Ehrung der Welt geschaffene Lindenberg-Medaille mit dem Begriff des „Nobelpreises“ der Philatelie bezeichnete.

Er wusste, wovon er sprach, wurde er doch selbst 1909 mit dieser legendären Medaille ausgezeichnet, die seitdem – mit kriegsbedingten Unterbrechungen – an eine Reihe der namhaftesten Forscher, Autoren und Aussteller der Philatelie jeweils vom Stiftungsurheber, dem Berliner Philatelisten-Klub von 1888 e.V., verliehen wird. Der Klub, heute vertreten durch seinen Präsidenten Wolfgang Bauer, vergibt diese Auszeichnungen jeweils zu einem passenden Anlass für mehrere zurück liegende Jahre und in diesem Jahr, genauer gesagt am 15. Februar, war es das eigene 125jährige Klub-Jubiläum, das den stilvollen Rahmen für die Ehrungen abgab.
Für 2011 wurde die seit 1964 (!) für das Experten-Komitee der Royal Philatelic Society, London tätige „Prüferlegende“ Patrick Pearson mit der Lindenberg-Medaille ausgezeichnet. Pearson ist internationaler Juror seit 1968, zeichnete die „Roll of Distinguished Philatelists“ (RDP) bereits 1974, war Präsident der Royal Philatelic Society und zahlreicher anderer Vereine und namhafter Institutionen.
Ein deutscher Philatelist, besonders bekannt als Autor zahlreicher philateliegeschichtlicher Studien und umfangreicher Fachwerke, Wolfgang Maassen, wurde mit der Lindenberg-Medaille 2012 geehrt. Ähnlich wie die anderen Preisträger ist er ebenfalls als vielfacher Organisator zahlreicher bedeutender Ausstellungen (zuletzt der IBRA 2009 und IPHLA 2012) in Erscheinung getreten. Er ist Präsident und Vorsitzender namhafter Verbände und Vereine, außerdem ist er Aussteller wertvoller philateliegeschichtlicher Objekte sowie als Schriftleiter zahlreicher Zeitschriften, z.B. der „philatelie“ seit 1989, bekannt.
Gleiches kann man von Robert P. Odenweller sagen, der die Lindenberg-Medaille 2013 für sein Lebenswerk als Autor bedeutender postgeschichtlicher Werke zu Samoa und Neuseeland, für die Leistung als langjähriger Schriftleiter des „Collectors Club Philatelist“, aber auch als Aussteller international höchst erfolgreicher Exponate bis hin zu FIP-Weltausstellungen erhielt.
Eine zweite Medaille für das Jahr 2013 ging ebenfalls an einen amerikanischen Autor, Aussteller, Organisator, Kees Adema aus den USA. Dieser hatte vor wenigen Monaten bei der IPHLA mit seinem letzten dreibändigen Werk über die Postgeschichte der Niederlande bereits die höchste dort vergebene Auszeichnung erlangt, war auch in Deutschland bereits mit der Carlrichard-Brühl-Medaille 2003 und in anderen Ländern – wie übrigens alle anderen Preisträger auch – mehrfach geehrt worden. Auch Adema unterzeichnete die „Roll“ (2010).
Das Gemeinschaftschaftsfoto der neuen Lindenberg-Preisträger zeigt von links Patrick Pearson, Wolfgang Maassen, Klubpräsident Wolfgang Bauer, Robert P. Odenweller und Kees Adema.